Vom SParBuch in der EuroKrise

Liebe Freunde, 

 

ziemlich genau 70 Jahre lang war für die meisten Menschen das Sparbuch (sowie das Festgeld und vielleicht ein paar deutsche Staatsanleihen, oder gleich eine Lebensversicherung) das kleine Universum der Geldanlage. Es war der Bereich, denn man auch an eine gute Bank oder Versicherung delegieren konnte, und dann hat man an den Zinsen erkannt, dass alles in Ordnung ist. Allenfalls noch die eigene Immobilie  hat die Generation “Schaffe, schaffe, Häusle bauen” ein wenig gefordert, insbesondere in Form von “Eigenleistungen”.

Doch über all diese Jahre hinweg ist so einiges in Vergessenheit geraten und darum geht es in diesem Artikel, den wirklich JEDER lesen sollte, der sich mit dem Gedanken trägt, dass er zukünftig – vielleicht erstmals, oder wieder – auch in Aktien investieren will.

Wo kommt die Sicherheit des Sparbuches eigentlich her?

Nach dem zweiten Weltkrieg begannen die Deutschen zu arbeiten, und für den Weltmarkt zu produzieren. Alles was erlaubt war und sich mit deutscher Wertarbeit herstellen ließ.  Ganz langsam wurden aus den Trümmerfeldern wieder Gewerbegebiete und neue Firmen starteten:  Der Aufstieg der Autoindustrie begann und aus dem Volkswagen wurde ein Käfer,  und auf den Sportfeldern wurden Turnhallen gebaut  und Schwimmbäder.  Die Rathäuser wurden instand gesetzt,  neue Wohnviertel entstanden oder wurden neu gebaut.  Ganz langsam stieg in dieser Zeit  (von 1950 – 1970) der Wert des Bodens, der Wert der Immobilien, der Wert der Straßen und der Infrastruktur, die im fleissigen Deutschland systematisch immer wieder erneuert, ausgebaut und modernisiert wurde.

Und die Sparkassen und Banken finanzierten diese Projekte: Die neuen Stadthallen, die neuen Umgehungsstraßen, die neuen Gewerbegebiete, die neuen Stromleitungen, die neuen Turnhallen….  ja sie finanzierten auch die neue Kanalisation und Stromleitungen vor, die eine Stadt vorlegen musste um ein neues Wohnviertel zu erschließen. Das alles und viel, viel mehr wurde mit Hilfe von Pfandbriefen und Kommunalobligationen finanziert, also Schuldverschreibungen der Städte und Gemeinden, sowie der Länder und des Bundes. Bis heute wird auf diese Weise ein Brücke schon viele Jahre vorher beschlossen und dann gebaut, wenn alle drei (Bund, Land und Gemeinde) das nötige Geld dafür im Haushalt aufbringen können.  Das ist der Grund, warum man manchmal einsame Brücken in der Landschaft stehen sieht, bis viele Jahre später endlich auch die Umgehungsstraße dazu gebaut wird.

Dieses System basiert auf Pfandbriefen und Kommunalobligationen,  die letztlich von einer neuen Stromtrasse, bis zum zur Mehrzweckhalle oder einem Gewerbegrundstück alles enthalten kann.

Und genau diese Papiere selber basieren auf den Sparbüchern (und allem Geld, was ein normaler Kunde zur Bank bringt -also auch all den anderen Produkten die oben schon genannt wurden): hier wird das Geld aus dem Sparbuch hauptsächlich angelegt.

Als Frau Merkel Anfang Oktober 2008  plötzlich an die Öffentlichkeit trat, und verkündete:

verkündete Sie damit indirekt etwas Unglaubliches:   Die Pfandbriefe und Kommunalobligationen, die hinter dem Sparbuch und der Lebensversicherung stehen, sind nicht mehr sicher!  Und Sie zog sich das nicht etwa aus den Fingern:

So zeigte der öffentliche Pfandbrief der SEB den Absturz sehr genau:

Fast 10% Wertverlust im Pfandbrief… hoffentlich bleibt das auch in Zukunft die Ausnahme!

Ein weitere Pfandbrief zeigt sogar einen Absturz um 40%!

 

 

Was war passiert? (und passiert noch)

Heute wissen wir, dass allein die HypoRealestate  – einer der wichtigsten Herausgeber von Pfandbriefen – , “faule Pfandbriefe” mit wertlosen Besicherungen von ca. 80 Mrd. Euro herausgegeben hat. Um die Bank nicht umkippen zu lassen hat der Deutsche Staat das Institut praktisch verstaatlicht und diese Summe weitestgehend garantiert oder sogar eingeschossen. Andernfalls hätte die klassischen Lebensversicherer allesamt Insolvenz anmelden müssen.

Die unsauberen Machenschaften bezogen sich hauptsächlich auf wertlose Grundstücke in Amerika und Mexiko, die “irgendwie” im Paket verkauft und mit Gütesiegel von großen Rating-Agenturen in die deutschen Pfandbriefe gekommen waren!  Ich staune immer noch… nach nunmehr fast 12 Jahren…. zumal ein weiteres Drittel der Papiere auf die anderen Banken entfallen sind, die heute allesamt in BadBanks ausgelagert wurden (Banken haben jetzt eigene Schrotthalden), und  das letzte Drittel wurde direkt an die Kunden verkauft:  In Form von Lehman Brothers Zertifikaten oder anderem Unsinn.  Ca. 30.000 Anleger in Deutschland warten immer noch auf Entschädigung. 

Der Weg in die nächste Eurokrise 

Wie  so oft, führt ein Problem zum nächsten: Ein Mann namens “Madoff” wurde als Betrüger enttarnt , die offenen Immobilienfonds bekamen immer mehr Probleme,  die Staatsanleihen des Euroraumes (Irland, Portugal, Spanien, Italien, Zypern und Griechenland (= zufällig Reihenfolge) bekamen immer mehr Schlagseite… und  ist der Euro selbst in einer Dauerkrise….

Aber hinter den Kulissen läuft etwas viel Erschreckenderes ab:  Die Banken haben kein Geld mehr um neue Stromtrassen zu finanzieren (sie hatten seit 1954 praktisch alles in diesem Bereich an sich gerissen, jetzt können Sie als Kunde plötzlich dort investieren!). 

… das Fundament unter den Sparbüchern und Geldwerten wackelt…..  und auch wenn nun keine weiteren Katastrophen mehr eintreten, die Situation bleibt instabil:  1.  Der Schuldenberg in den meisten Industriestaaten der Welt ist auf gigantische Summen angewachsen. Die Coronakrise wird die Schulden allein in Deutschland verdoppeln!  2. Die Bankenkrise ist nicht ausgestanden und die unglaublichen Machenschaften der Banken halten weiter an.  3. Die Konstruktion des Euro-Währungsraumes ist weiterhin nicht zukunftsfähig. (Der Fehler im System des Euro ist nicht behoben) . 4. Die Zentralbanken machen seit nunmehr 12 Jahren künstliche Beatmung. Bald schon könnte Ihnen die Puste ausgehen, oder sie drucken weiter massiv Geld und lassen Inflation zu...  das gab es schon mal 1920... lesen Sie hier. (rote markierte Stelle) 


Der KonstruktionsFehler des Euro

 

Hier wird mal der Konstruktionsfehler des Euro recht gut erklärt - mal nicht so sehr moralisch- nur eine Lösung ist der vorgeschlagene Weg auch nicht: https://www.wirtschaftsdienst.eu/inhalt/jahr/2010/heft/6/beitrag/der-konstruktionsfehler-des-euro-stabilitaetspaktes.html

Geldwerte vs. Sachwerte - was macht das mit Ihrem Ersparten?